Fotografie begleitet mich schon seit meiner Kindheit. Als kleiner Bengel lief ich schon durch meine Heimat und habe versucht viele Dinge fotografisch einzufangen und es in Fotoalben zu verewigen. Als es um die Berufswahl ging  war mein Vater stickt dagegen, dass ich den Beruf des Fotografen erlerne. Er nannte es immer eine "Brotlose Kunst". Also habe ich mich gebeugt und einen anderen Handwerksberuf erlernt. Nachdem ich diesen mit Abschluss absolviert hatte, begann ich einige Jahre später dann doch noch meine Ausbildung zum Fotografen.

Zu der Zeit wurde noch analog fotografiert und so habe ich von der Pieke auf gelernt mit Film zu arbeiten und im Fotolabor zu entwickeln bis zum fertigen Bild. In den Jugendjahren waren dann aber doch erstmal andere Dinge wichtiger.  Als ich dann wieder zur Fotografie zurückkehrte, hatte die digitale Welt Einzug gehalten  und ich fing ebenfalls mit digitalen Kameras an zu fotografieren.

Der Prozess des analogen hatte mich aber noch immer nicht losgelassen. Somit war ich eigentlich immer ein Teil analog unterwegs und entwickelte meine Filme selber und brachte sie herkömmlich im Fotolabor auf Papier. 

Viele Bekannte hatten sich von der analogen Fotografie verabschiedet und alles versilbert um sich eben ihre digitale Lieblingskamera kaufen zu können. Heute beneiden sie mich, weil ich alles weiterhin behalten und verwendet habe.

 

Analoge Fotografie ist für mich ein Stück Entschleunigung, präzises Arbeiten und ein gewisses Maß an Ruhe und Konzentration, was in einer Zeit in der nur noch Leistungsdruck und Hektik herrscht schon fast ein Luxus ist. Analog fotografieren heißt sich Zeit nehmen. Nicht mal eben ein Bild machen, was dann in den Tiefen der digitalen Speichermedien verschwindet. 

 

Es gibt einige Fotografen die mich nachhaltig beeinflusst haben und die für mich immer noch die Ikonen sind:

Peter Lintbergh

Seine Fotografien sind Meisterhaft. Seine Einstellung und sein Weg zur Fotografie so unkonventionell wie bei anderen Größen auch. Nicht das Ziel im Sichtfeld, sondern den Weg....

Aber was soll ich viele Worte machen... Das Interview ist sehr interessant... Fotograf Peter Lintbergh, ein Interview in der Zeit


Helmut Newton

Der erste Fotograf, den ich wohl wirklich wahrgenommen habe. Seine stark inszinierten Aufnahmen fand ich immer sehr interessant. Wobei seine Darstellungen in einem Grad zwischen Erniedrigung und Stärke liegen. Trotz allem haben seine Bilder eine gewisse Kraft. Sein Weg ist sehr vom Krieg geprägt und verschiedenen Umständen geprägt. Wie die meisten großen Fotografen ist auch Helmut Newton in seinen Anfängen darauf angewiesen Wege ausserhalb der Fotografie zu gehen, bevor er sein erstes Fotostudio in Melburne eröffnen konnte. Seine Ausstellungen sind legendär und seine Buchveröffentlichungen aufgrund der doch recht großen Formate sehr begehrt.  Bekannt ist auch seine Stiftung die ihren Sitz zwar in der Schweiz hat aber in Berlin beheimatet ist. Dort finden regelmäßig Ausstellungen von Helmut Newton aber auch von anderen Künstlern und Fotografen statt.

 

über Helmut Newton

 

Bücher (auswahl):

Polaroids

Sumo

Sex and Landscapes

 


Jim Rakete

Er ist wohl den beharrlichsten Weg gegangen den ich gehört habe. Ein Leben wie eine Achterbahn, ohne sein bestreben wirklich aus den Augen zu verlieren. Auch wenn es gewisse ausreißer gab, so war und ist es immer sein bestreben, dass Leben so festzuhalten wie er es sieht. Angefangen als Pressefotograf zog es ihn bald in die Musik und er bekam Möglichkeiten die großen seiner Zeit zu fotografieren. Nach einem Ausflug in die Manager-Schiene vieler großer Stars, fand er zurück zu seiner eigentlichen Intuition. Ein Mann der heute noch mehr mit analogen, vor allem Plattenkameras arbeitet und versucht trotz aller Widrichkeiten sich von der digitalen Kamerawelt nicht beeinflussen zu lassen. Großartige Ausstellungen und Bücher z.B. 1/8sec. oder Stand der Dinge, zeichnen ihn aus. Trotz seinen Erfolges ist er immer noch ein recht bescheidener und bodenständiger Mensch. Ich mag seine Art, seine Ansichten zur Fotografie und seine Art zu arbeiten.

über Jim Rakete

1/8sec.